gullis
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Verfasst am: Mi Sep 13, 2006 7:22 am Titel: BRD: Maklercourtage häufig zu hoch |
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Studie: Wer geschickt verhandelt, kann bei Immobiliengeschäften sparen
Wer eine Immobilie erwerben will, kommt an der Maklercourtage nur selten vorbei. Was allerdings als ortsüblich verlangt wird ist in vielen Fällen zu hoch. Dies hat unlängst eine vom Verbraucherministerium geförderte Studie ergeben.
"Runter mit der ortsüblichen Makler-Courtage", fordert Gabriele Heinrich Vorstandsmitglied des Verbraucherschutzvereins "Wohnen im Eigentum". Eine Studie des Vereins, die vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wurde, habe ergeben, dass die so genannte ortsübliche Courtage, die meist von Maklerverbänden vorgegeben wird, rund 20 Prozent zu hoch liege. Auf Anfrage verlangten Immobilienmakler in Deutschland immer noch Gesamtprovisionen von 5,8 bis 6,96 Prozent (inklusive Mehrwertsteuer) des Kaufpreises und begründeten dies mit "Marktüblichkeiten" oder "Standards". Tatsächlich erhielten sie jedoch nur Provisionen zwischen 4,6 bis 5,6 Prozent.
"Damit steht die ortsübliche Courtage unter erheblichem Legitimationsdruck", betonte Heinrich. Schließlich soll die ortsübliche Courtage den tatsächlich durchschnittlich am Ort erzielten Provisionen entsprechen. Die Studie" Leistungen und Provisionen transparent" hat erstmals von unabhängiger Seite die Höhe der tatsächlich gezahlten Maklerprovisionen empirisch überprüft. "Mit den veröffentlichten Courtage-Angaben sollen die Provisionen künstlich hoch gehalten werden, kritisiert auch Helmut Hagemann, der Verfasser der Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Kölner Institut für Angewandte Verbraucherforschung erstellt wurde. Sein Tipp: "Kräftig verhandeln". Bislang probiere dies allerdings nur rund ein Drittel der Käufer und ein Viertel der Verkäufer.
Als Verkäufer über Provision verhandeln, die Hessen und Rheinhessen schütteln darüber nur den Kopf. Schließlich zahlen sie für gewöhnlich sowieso keine Maklergebühr, wie es das für Hessen zuständige Regionalbüro Mitte des Maklerverbandes IVD bestätigt.
Knallhart wird allerdings beim Käufer zugelangt: 5,8 Prozent inklusive Mehrwertsteuer beträgt hier die ortsübliche Maklercourtage. Billiger ist es üblicherweise für Käufer in Rheinland-Pfalz. "Sechs Prozent zuzüglich Mehrwertsteuer, die hälftig auf Käufer und Verkäufer aufgeteilt werden", beantwortet Bernhard Hoffmann, Pressesprecher des IVD-Regionalbüros West (zuständig für Rheinland-Pfalz) die Frage nach der ortsüblichen Maklercourtage. "Ist irgendwie gerechter", schiebt er nach.
Unklar bleibt, woher die Höhe der bisher als ortsüblich geltenden Sätze für die Maklercourtage kommt und wie sie sich bestimmt. "Die gibt es schon lange", sagt Hoffmann. "Wohl schon vor dem Zweiten Weltkrieg." Ein Anpassen der Courtage an tatsächlich gezahlte Sätze sei derzeit nicht geplant. Die "Ortsüblichkeit der Courtage" könne sowieso nicht überall eingehalten werden. Sollte demnach jeder Kunde feilschen wie auf einem Basar? Wohl nicht. "Eine gesetzliche Regelung würde vieles einfacher machen", glaubt Hoffmann. Davon halten jedoch die staatlichen Verbraucherschützer recht wenig.
"Informierte Verbraucher können ihre Marktmacht auch gegenüber Maklern einsetzen und auf die Preisgestaltung der Courtagen Einfluss nehmen, in dem sie unseriöse oder überhöhte nicht annehmen oder nachverhandeln", sagt Marie Luise Dittmar vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Hilfe biete unter anderem der vom Ministerium geförderte Kurzratgeber "Maklerleistungen bei Wohnimmobilien" des Vereins Wohnen im Eigentum. Gesetzgeberischer Handlungsbedarf bestehe in diesem Bereich aus Sicht des Ministerium derzeit nicht.
Der Verein Wohnen im Eigentum e.V. hat unter dem Titel "Maklerleistungen bei Wohnimmobilien - Provisionen und Konditionen erfolgreich verhandeln" einen Ratgeber herausgegeben, der gegen Versandkosten von drei Euro bestellt werden kann:
Versandservice Wohnen im Eigentum, Heinrich-Sommer-Straße 13, 58 939 Olsberg.
E-Mail: bestellung@wohnen-im-eigentum.de
Quelle: Wormser Zeitung |
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